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In
einem Leben wie diesem
Die Reaktionen:
Bitter
'In einem Leben wie diesem' ist die Fortsetzung
zum Roman 'Eine Welt dazwischen' von der jungen niederländischen Autorin Aline
Sax. Nachdem ich schon den ersten Roman von ihr verschlungen habe, habe ich
diesen hier geradezu eingeatmet!
Mit dem vorliegenden Roman holt Aline Sax den
Leser dort ab, wo sie ihn am Ende von Band 1 zurückgelassen hat, auch wenn
seitdem zwei Jahre vergangen sind. Adrian ist fest in Jacks Freundeskreis
integriert, verliebt wie am Anfang. Einer seiner Freunde 'gewinnt' aus einer
Erbschaft die Bar, in der Adrian arbeitet und die Freunde planen, gemeinsam ein
blühendes Geschäft daraus zu machen. Es soll eine Bar für schwules Publikum
werden, und weil Homosexualität Anfang des letzten Jahrhunderts noch lange
streng verboten war, musste das Etablissement bei der Zielgruppe bekannt werden,
vor allen anderen jedoch geheim bleiben.
Doch die Freunde können das Geld, dass sie sich
für den Aufbau der Bar aus zweifelhafter Quelle geliehen hatten, nicht pünktlich
zurückzahlen und der große Traum erhält blutige Risse ...
Während die Stimmung in Band 1 noch stetig
besser und süßer wird, so wird sie in Band 2 von Seite zu Seite düsterer und
bitterer. Und ich wünsche mir einen Band 3, in dem sich alles zum Guten wendet.
Die romantische, und einfühlsam geschilderte Liebesgeschichte zwischen Adrian
und Jack zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, der gegen Ende mit jeder
neuen Katastrophe rissiger und dünner wird.
Die Autorin schildert genau, wie die Figuren nach
und nach gezwungen sind, eine moralische und gesetzliche Grenze nach der anderen
auszuloten und zu übertreten. Und mit jeder Grenze wächst die Bereitschaft,
eine weitere, gefährlichere hinter sich zu lassen. Faszinierend dabei ist, dass
der Leser alles nachvollziehen kann. Man erkennt, dass die Figuren im Grunde gar
nicht anders handeln können.
Am Ende beider Romane war ich tief betroffen. 'In
einem Leben wie diesem' reißt den Leser in einer Spirale nach unten und lässt
ihn am Ende hart auf dem dreckigen, eiskalten New Yorker Boden aufschlagen. Eine
spannende Reise, für die man sich warm anziehen sollte...
Thomas Schmuhl,
Amazon.de, 11. Juli 2009
"In einem Leben wie diesem“ erzählt die Geschichte
eines Schwulen in New York. Adrian ist Mitgründer der Schwulenbar „"The
Fancy Cat“". Um den Vertrieb anzukurbeln, leihen sie sich eine Menge
Geld. Doch so schnell, wie die Verleiher es fordern, können sie ihre Schulden
nicht begleichen und als sie am Fristtag die 1000 Dollar nicht parat haben, wird
einer von ihnen, der farbenfrohe Casey, mit einem Messer übel zugerichtet und
umgebracht. Am 1. Januar, so die Verleiher, ist der letzte Fristtermin, sonst
sei der nächste der Gruppe fällig. Um die große Summe aufzutreiben, begehen
Adrians Freund Jack und sein Kumpel Frenchy jede Menge Prügeleien und Überfälle.
Und Adrian ist immer mit von der Partie. Ob als Täter oder nur als Mitläufer,
dass weiß er selber nicht. Doch ihre gewalttätigen Raubzüge bleiben nicht
ohne Folgen und schon bald richtet sich eine Welle von Hass gegen „"The
Fancy Cat“". Kann Adrians Freundschaft zu Frenchy und seine Liebe zu Jack
die schwere Krise überdauern?
„"In einem Leben wie diesem"“ ist ein Buch, das man sowohl
Jugendlichen als auch Erwachsenen empfehlen kann. Das Thema ist erfrischend
anders und neu, denn ein Buch über Schwule und ihre verabscheute Position in
den vereinigten Staaten gab es bisher noch nicht, oder kaum, auf dem deutschen
Markt. Die junge Autorin begeistert vor allem mit ihrem ehrlichen, unverfälschten
Schreibstil und die enge Beziehung zur Realität, die ihre Geschichten haben.
Auch die Aufmachung des Covers gefällt mir sehr gut, denn es ist schlicht und
dennoch aussagekräftig und passt gut zu der Geschichte. Ein tolles Buch vor der
Kulisse New Yorks, das sich keiner im Alter von 14-99 Jahren entgehen lassen
sollte. Ich vergebe 5 Sterne.
Julia Gurol (14 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de
"Amerika zu Beginn des 18. Jahrhundert: Adrian kommt ursprünglich aus
Belgien, doch die Armut dort ist groß und so entscheidet er sich sein Leben zu
ändern und ins "gelobte Land" zu reisen, denn dort ist die Chance auf
ein wenig Geld weit größer als in seiner Heimatstadt. Nun lebt er dort glücklich
mit seinem Freund Jack zusammen. Doch eines Tages bietet sich ihnen die
Gelegenheit das große Geld zu machen; ein Freund, Robert hat die Kneipe, in der
Adrian zuvor gearbeitet hat, aufgekauft und bietet nun ihm und noch ein paar
Freunden an, sich die Arbeit und den Gewinn zu teilen. Alle sind begeistert und
wollen das Lokal voller Tatendrang neu restaurieren und schön herrichten, doch
das Geld fehlt ... Da treibt Casey, einer der Freunde, das Geld doch noch auf
unerklärliche Weise auf, jedoch nur geliehen. Durch einen bösen Zwischenfall können
sie das Geld aber nicht zurückzahlen und merken, dass sie sich mit den falschen
Leuten angelegt haben, der Mafia...! Es gibt einen Toten und ein Zeitlimit, das
sie jegliche Grenzen der Moral und Weiterem vergessen lässt, denn die Angst vor
dem Tod treibt sie fast in den Wahnsinn. Aber auch als sie das Geld zusammen
haben, hört das Grauen nicht auf. Es ist wie in einem Teufelskreis, wer einmal
in die Fänge der Mafia geraten ist, kommt nie mehr richtig frei. Und das merkt
auch Adrian bald, denn die Strapazen belasten seine und Jacks Beziehung sehr.
Letztendlich taucht die Frage in ihm auf, ob nicht ohne das Geld und dem Wunsch
nach Reichtum alles besser gewesen wäre...
Das Buch "In einem Leben wie diesem" von Aline Sax lässt einen Jahre
in die Vergangenheit reisen und fühlen, wie sich die Menschen damals gefühlt
haben. Aber auch die andere Liebesbeziehung zwischen Adrian und Jack beschreibt
sie feinfühlig und unglaublich realistisch. Die schonungslose Härte und
Brutalität der Mafia, die vor nichts zurückschreckt wird hautnah und packend
vermittelt, sodass der Leser tief in das Geschehen und die Geschichte von Adrian
eintauchen kann. Es ist eins von diesen Büchern, die einen nicht mehr
loslassen, wenn man sie liest und einen Tag und Nacht beschäftigen.
Meiner Meinung nach ist dieses Buch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren
geeignet und ich vergebe volle 5 Sterne, weil ich denke, dass es sich diese
durch seine außergewöhnliche Spannung und Realistik auch wirklich verdient
hat!
Rahel Chiwitt (15 Jahre) – Kinder-Redaktion Buecherkinder.de
In einem Leben wie diesem
Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Land der Liebe, der
Zukunft, der Sehnsüchte. Das Land der Vorurteile, der Unterdrückung und
Diskriminierung. Amerika als Leitstern und als Endstation einer Traumwelt.
Amerika hat zwei Gesichter, wie das Leben selbst. In unserem Leben werden wir
immer wieder vor die Wahl gestellt und, egal wie wir wählen, jede Möglichkeit
hat ihre guten und schlechten Seiten. Aline Sax‘ erstes Buch „Eine Welt
dazwischen“ endet mit einer Entscheidung. Ihr Folgeroman „In einem Leben wie
diesem“ ist eine weitere Geschichte einer solchen Entscheidung.
Der Protagonist Adrian lebt mit seinem festen Freund Jack und zwei weiteren
Freunden, French und JoAnne, zusammen. Mit French arbeitet Adrian in einer Bar,
deren Gäste hauptsächlich aus der homosexuellen Szene New Yorks stammen. Eines
Tages beschließt Robert, der Besitzer der Bar, diese gemeinsam mit seinen
Freunden in ein stadtbekanntes und schöneres Lokal namens „The Fancy Cat“
zu verwandeln. Das Geld für die Renovierungen leiht sich Casey, ein weiterer
Mitarbeiter der Gaststätte, von einem fremden Gönner, dem er das Geld
seinerseits durch seinen reichen Freund Harwood zurückzahlen will.
Doch Harwood wird wegen seiner Beziehung zu einem minderjährigen Jungen urplötzlich
verhaftet und kann Casey somit nicht mehr unterstützen. Dieser jedoch braucht
dringend Geld, um seinen geheimnisvollen Finanzier zu bezahlen. Als dies nicht
gelingt, erkennen die Freunde erst viel zu spät, auf welchen Handel sie sich
dabei eingelassen haben: Casey wird von seinen Gläubigern ermordet. Auf diese
erste Warnung hin folgt ein Drohbrief: Die Besitzer der Bar sollen binnen drei
Monaten 1200 Dollar an Caseys Mörder und Gläubiger zahlen – für die
damaligen Verhältnisse ein unglaubliches Vermögen.
Doch letzten Endes ist es nicht die Beschaffung des Geldes, die die Freunde
ins Unglück stürzt. Denn French kann seine Rache nicht vergessen. Als er
herausfindet, wer Casey umgebracht hat, folgt er dem Mörder und bringt diesen
um – eine folgenschwere Handlung, denn der Ermordete war ein Mitglied der
Pellucci-Familie, die im damaligen New York der heutigen Mafia entsprechen. Die
Konsequenzen folgen promt: Die Bar „The Fancy Cat“ und somit alles, worauf
Adrian und seine Freunde hingearbeitet haben, wird in Brand gesteckt.
Adrian, Jack, French und JoAnne fliehen und müssen, da die Pelluccis ihre
Wohnung überwachen, in einem kleinen Speicher unterkommen. In dem viel zu
kleinen Raum und durch die ständige Gefahr werden die Probleme unter den
Freunden immer deutlich sichtbarer. JoAnne fühlt sich ausgeschlossen, da French
und Jack oftmals alleine losziehen, um Geld zu beschaffen, während Adrian nicht
ertragen kann, dass Jack seinen Körper an andere Männer verkauft, um Geld zu
verdienen. Als JoAnne schließlich resigniert und Adrian sich durch die
Gewaltbereitschaft seiner Freunde abgestoßen fühlt, spitzen sich die Konflikte
zwischen den drei Freunden zu, bis sie schließlich zu ihrem Höhepunkt geraten:
Robert, der Leiter von „The Cat“, wurde von den Pelluccis gefangen genommen
– als Austausch für die Geisel verlangen sie French. Zu diesem Zeitpunkt
erkennt Adrian schließlich, wie sehr die letzten Ereignisse seine Beziehung und
seine Freunde selbst verändert haben, und trifft eine Entscheidung.
Aline Sax vereinigt in ihrem Buch „In einem Leben wie diesem“ viele
verschiedene Thematiken. Offensichtliche Inhalte sind natürlich das Leben in
den Vereinigten Staaten während des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, aber auch
Homosexualität, Diskriminierung und Akzeptanz in der Gesellschaft und nicht
zuletzt die Liebe. Die Autorin hat sich dabei jedoch bewusst von dem Motiv des
„American Dream“ aus ihrem ersten Buch gelöst und in dem zweiten Band der
Reihe nicht die Träume, die durch die Umwelt und durch äußere Einflüsse
zerstört werden, sondern die Träume, die der Mensch sich selbst zerstört, in
den Mittelpunkt gestellt. Dies ist ausgesprochen überzeugend gelungen, da sich
dadurch die Fortsetzung vom ersten Band unterscheidet, aber auch genügend
Parallelen liefert, um an den ersten Roman anzuknüpfen. Denn beide Geschichten
verbindet der gleiche Grundgedanke: Auch in Aline Sax‘ neuem Buch wird der
Protagonist am Ende genau wie im ersten Band vor eine Entscheidung gestellt, während
er die ganze Geschichte hindurch noch die Folgen seiner früheren Entscheidungen
zu tragen hat.
Ein weiteres sehr gut umgesetztes Motiv ist der Zusammenhalt der Gruppe und
der zunehmende Hass und die sich steigernde Brutalität gegen Feindbilder, aber
am Ende auch gegen alle Personen, die sich nicht mit der eigenen Gruppe
identifizieren können. French, der beispielsweise sein ganzes Leben lang zu
einer unterdrückten und nach Belieben misshandelten Gruppe von Menschen gehörte,
genießt es, mit einer verschworenen kleinen Gemeinschaft Verbrechen auszuüben
und Macht über andere Leute zu haben. Dieses Thema kann mitunter am besten überzeugen,
vermutlich weil man es in diesem Buch nicht erwartet hätte.
Der Sprachstil ist einfach, aber nicht zu hölzern, sodass das Buch sehr
leicht zu lesen ist, aber nicht langweilt. Hin und wieder findet man auch
englische Gedichte, für die Adrian und French eine Leidenschaft hegen und die
geschickt an einigen Stellen der Geschichte einfügt werden.
Allerdings wurde das Buch gerade durch die einfache Sprache und das ab und zu
eindeutige Zusteuern auf ein kurzzeitiges Happy End für manche Momente zu einer
flachen, klischeehaften Liebesgeschichte. Da das vorzeitige gute Ende aber
schnell von anderen Ereignissen überschattet wird, steht dieser Umstand
vielleicht nur allegorisch für Wünsche, die man sich, auch wenn man schon am
vermeintlichen Ziel angekommen ist, beängstigend schnell selbst zunichte machen
kann.
Das empfehlenswerte Buch „In einem Leben wie diesem“ führt den Leser
fesselnd in Adrians Amerika und in eine Welt der Träume, Liebe und Ängste. Es
ist eine sehr schöne, durchdachte und ansprechende Geschichte, die viele
verschiedene Aspekte vereinigt. Gerade diese Mischung macht den Charakter des
Buches aus. Andererseits können manche Themenbereiche dadurch auch nur kurz
angesprochen werden, was für manche Leser sicherlich störend wirken kann.
Deshalb verleihe ich dem Roman vier von fünf Lesepunkten.
Daniel Hektor, Lesepunkte,
Nr. 2, April 2009
In einem Leben wie diesem
Für Adrian und seine Freunde wird ein grosser Traum wahr.
Sie können eine geheime Bar für homosexuelle Männer in New York übernehmen
und neu gestalten. Doch dafür brauchen sie Geld, das Casey sich von
irgendjemandem ausleiht. Ihr „Fancy Cat“ wird ein Erfolg, doch sie können
das ausgeliehene Geld nicht rechtzeitig zurückzahlen. Casey wird von der
italienischen Mafia in New York ermordet und die jungen Männer erhalten eine
neue Frist für die Rückzahlung des Geldes. Nun beginnt ein Wettlauf mit der
Zeit und die Betreiber des Fancy Cat müssen auch auf illegalen Wegen zu ihrem
Geld kommen. – Nachdem im 1. Band Adrians Auswanderung und seine Liebe zu Jack
die zentralen Themen waren, stehen in der Fortsetzung Mord und Verfolgung im
Vordergrund. Nicht so mitreissend wie im ersten Band öffnet sich im zweiten
Band wieder die unbekannte Welt der Homosexuellen im diesmal verbrecherischen
New York von 1912. Eindrücklich dargestellt ist Adrians Ringen mit sich selbst
um richtig oder falsch. Die Frage, ob einer Minderheit, für die sich niemand
einsetzt, angetane Gewalt Gegengewalt rechtfertigt, beschäftigt Adrian und die
Leser. Als Fortsetzung empfohlen, denn das Buch widerspiegelt unseren Umgang mit
Minderheiten und regt an, darüber nachzudenken.
Karin Schmid, im Rezensionszeitschrift Bücherbär
(Kinder- und Jugendmedien Bern-Freiburg,
24.11.2008)
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